Sonntag, 20. August 2017

Groningen
















Kaum ist man am Urlaubsort angekommen, muss man auch schon wieder los. Für die Woche etwas Verpflegung einzukaufen dürfte in den etwas größeren Städten einfacher sein, so einfach wie die Wahl zwischen Emmen und Groningen. Letztere ist nicht nur durch ihre Grachten und Bauten attraktiver, ausgerechnet an diesem Wochenende gibt es dort auch noch ein Fest. ZomerWelVaart nennt sich das und es verspricht neben historischen Schiffen in der Gracht noch verschillene activiteiten und muziekoptredens. Sieht nett aus und ist am Abend bestimmt schön illuminiert, also kommt das Stativ in den Kofferraum.

Die Familie will komplett mit, ist aber rücksichtsvoll mit dem eigenen Auto unterwegs, so dass ich mich weiterhin der Fotografie widmen kann wenn die Lütten keine Lust mehr auf Stadtbummel haben. Angesichts des einsetzenden Regens hätte ich die beinahe selber verloren, aber kaum sind wir an der Hooge der A angekommen reißt der Himmel etwas auf. Sonne und dazu ein kräftiger Wind, ideale Bedingungen für den Seifenblasenspielzeugverkäufer, der zur Begeisterung der Kinder aus dem Handgelenk gigantische Seifenblasengebilde erzeugt. Ich überlege kurz ob wir so etwas brauchen, da schlägt Junior auch schon zu. Zwei Schnüre, vier Bambusstäbe mit Halterung und dazu Seifenblasenkonzentrat für 5 Liter seifigen Vergnügens.

Die ZomerWelVaart entpuppt sich als so etwas wie der Hafengeburtstag, nur in klein. In sehr, sehr klein, mit nur wenig kommerziellen Futterbuden und - viel wichtiger - ohne die Massen an Alkohol und Menschen. Der einzige Bierstand befindet sich am Ende der Straße, neben der einzigen Bühne, auf der gerade die Oosterstörmer für Stimmung sorgen. Man kann viele der historischen Schiffe auch von innen besichtigen, worauf ich bei den augenscheinlich sehr engen und stark frequentierten Niedergängen lieber verzichte. Auf den alten Kähnen kommt nur jemand raus wenn gerade niemand rein will, weshalb Junior und der Stöpsel auch eine ganze Weile im Bauch einer Kogge verschwinden.

Wesentlich länger dauert es allerdings, wenn vier Kinder zwischen 1 und etwas über 30 im Bauch eines Spielzeugladens verschwinden und davon gibt es in den Niederlanden an jeder zweiten Ecke einen. Das gibt mir immerhin die Gelegenheit ausgiebig den Vismarkt zu erkunden, auf dem heute leider nur ein einziger Stand mit Visverkäufern zu finden ist, der Rest besteht aus langsam abbauenden Ramschhändlern, von denen leider immer noch viel zu viele den Markt bevölkern, so dass ich das angedachte Foto von Kornbörse und Aa-Kirche auf später verschieben muss.

Später findet dann leider nicht mehr statt, denn kaum ist die Familie auf dem Heimweg ist es vorbei mit Sonne, alle fünf Minuten Platzregen ist angesagt und mit am Ende völlig durchnässten Klamotten macht die Fotografie auch keinen richtigen Spaß mehr. Schnell noch einen Koffie shoppen, auf dem Weg zur Tiefgarage die nächsten Duschen kassieren und nach dem Zahlen der (für niederländische Verhältnisse lächerlichen) Gebühr bei strahlendem Sonnenschein aus dem Parkhaus fahren. Was für eine Grütze.

Manchmal sollte man bei Regen einfach sitzen bleiben und einen zweiten Koffie shoppen, das entspannt und behebt Probleme. Ganz sicher in Groningen.
Merke ich mir für's nächste Mal.

Fotos dazu: Groningen, Hooge der A, Lage der A, Aa-Kerk, Korenbeurs, Vismarkt, Martinikerk, Oude Ebbingestraat / Nikon D7200
Bier dazu: Lefthandbrewing Good Juju, Ginger Brew, 4.5%  
Musik dazu: Zaz -  Zaz / Recto Verso / Live


















  





Kommentare:

  1. ich dachte immer in holland darf man nach dem koffieschoppen auch nicht mehr auto fahren :p
    aber nettes städtchen, auch bei schlechtwetter ;)

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    1. Man kann da auch einfach nur Kaffee trinken und genau das hab ich gemacht ;)

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  2. Für Grachten und Boote muss man nicht zwingend nach Holland fahren, sehr ähnlich zb wäre Friedrichstadt und da ist das Wetter auch oft besser :p
    Das mit dem Ramschmarkt ist natürlich ärgerlich, aber ich fand das Kornbörsen-Foto im letzten Beitrag nicht schlecht, man sieht jedenfalls darauf wesentlich mehr von der Kirche.

    Gruß, N.

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    1. Jadoch, ich verstehe schon. Immerhin habe ich es geschafft die Fotos inzwischen zu bearbeiten, das ist doch schon mal was :)

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