Donnerstag, 17. August 2017

Der Aa-Kerk und De Korenbeurs
















Gesehen in Groningen (NL), natürlich bei schlechtem Wetter, sonst wäre es kein Urlaub. Und ja, es heißt tatsächlich DER Aa-Kerk, warum auch immer.


Bier dazu: Tilmans Biere, Die Dunkle, 5.0%
Musik dazu: Sade - Lovers Live

Dienstag, 15. August 2017

Aus voller Kehle und tiefstem Herzen
















Hätte der Seemannschor Hannover nicht vor ein paar Jahren das Zeckenlied am Millerntor intoniert, die furiose Version des "Wild Rover" vom Shantykoor Oosterstörm aus Groningen wäre glatt auf Platz 1 meiner persönlichen Shantyhitparade gestiegen. Unfassbar gut, was die Jungs in nur schmaler Besetzung auf die kleine Bühne brachten, sogar die Pogues hätten da mitgeschunkelt. No, nay, never, no more, will I play the wild rover, no nay never no more!

Als Deutscher ist das irgendwie doppelt peinlich, wenn man daran denkt was Klaus & Klaus daraus gemacht haben.


Bier dazu: Tilmans Biere, Das Helle, 5.1%
Musik dazu: The Pogues - Red Roses For Me / If I Should Fall From Grace With God

 

Samstag, 12. August 2017

Lekker Landje














Dass die Niederlande uns in der Drogenpolitik um Lichtjahre voraus sind ist ja keine neue Erkenntnis, der unwissende Tourist stößt allerdings recht schnell auf ungeahnte Probleme. So ist es zwar fast überall möglich ein paar Gramm exquisite niederländische Rauchwaren zu bekommen, aber wehe es überkommt einen nach drei Tagen Grolsch der Appetit auf so etwas simples wie Gin mit Tonic. Schnaps! Harte Droge! Kein Gin, in keinem Supermarkt!

Allenfalls fertige Mischungen in der Dose finden sich im Regal, dafür immerhin in reichhaltiger Auswahl, Gordons, Bombay und Henkes, eine lokale Marke, die auch in der Variante "Cucumber" zu bekommen ist. Dummerweise wandert davon nur je eine Dose in den Einkaufswagen, was sich wenig später als großer Fehler herausstellt, denn der Henkes GT schlägt den Rest um Längen, ganz besonders die wässerige Bombaymische. Was auch immer sie bei den Tomaten falsch machen, Gin Tonic aus der Dose können sie. Lekker!

Bei Brot und Brötchen scheint es hingegen ähnlich finster auszusehen wie bei uns, fast überall industriell gefertigte Massenware. In Groningen wird man dafür in großen Lettern auf richtig leckere Eigenproduktionen hingewiesen. Gott sei Dank, denn das Walnuss-Gorgonzola Baguette zu verpassen wäre unverzeihlich gewesen. Liebhaber der süßeren Lebensfreuden sollten den Laden allerdings nur mit leerer Brieftasche oder vollem Magen betreten, die Auslage der Patisserie dürfte sonst zu einem veritablen Kaufrausch verführen. Wenn das alles nur halb so gut schmeckt wie es aussieht.. lekker!

Für die heimische Vorratskammer sind viele der niederländischen Spezialitäten leider nicht zu gebrauchen, entweder sind sie illegal oder leicht verderblich, da muss man dann doch wieder zur Industrieware greifen um die letzten Lücken im Kofferraum zu stopfen. Zum Beispiel mit viel Kaffee, Albert Heijns dunkler Schokolade mit Zeezout, Javaanse Satésaus für mindestens ein ganzes Jahr, oder mit dem super leckeren HAK Rhabarberkompott, das man vor Jahren aus sämtlichen deutschen Supermärkten entfernt hat, weil irgend ein Idiot der Meinung war den Platz für noch mehr Sorten Apfelmus zu benötigen.

Kulinarische Erwägungen haben mich zwar nie zu einem Urlaub in den Niederlanden bewogen, aber eigentlich ist das ein ganz lekker Landje, wenn man auf Bitterballen und Frikandel verzichtet.


Fotos dazu: Samsung S5/Nikon D7200/Canon SX
Bier dazu: Kehrwieder SHIPA Ariana, 7.5%
Musik dazu: Kettcar - Du und wieviel von deinen Freunden/ Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen/Sylt







Dienstag, 8. August 2017

Luft nach oben

















Das erste Heimspiel der neuen Saison und gleich an einem Montag. Kann ich ausnahmsweise nicht drüber meckern, denn glücklicherweise findet das mitten im Urlaub statt und ich bin rechtzeitig wieder in Hamburg. Rechtzeitig, das heißt eine halbe Minute vor dem Ausstieg, informiert der HVV über seine aktuellen Bauvorhaben und bietet Ersatzverkehr mit Bussen an, ich bleibe also sitzen und steige später um, es gibt Gott sei Dank ja Alternativen. Warum die HVV-Webseite nicht schon bei der Streckenauswahl darüber informiert ist allerdings nicht nachzuvollziehen.

Rechtzeitig zum Ende der Sommerpause ist natürlich auch wieder Dom, doch trotz Heimspiel und Rummelplatz sind die Bahnen erstaunlich leer, eine Stunde vor Anpfiff kaum jemand in St.Pauli Klamotten zu sehen. Wahrscheinlich sind die alle schon im Stadion, ganz gierig auf den ersten Heimsieg der Aufstiegssaison. Diese Optimisten...

Denn vom angeblichen Aufstiegsaspiranten ist in der ersten Halbzeit nicht viel zu sehen, in den ersten Minuten dagegen ziemlich viele Unsicherheiten in der Abwehr, ausgerechnet von sonst so verlässlichen Menschen wie Himmelmann und Sobiech. Dass wir durch den Kracher von Buchti nach etwas über zwanzig Minuten mit 1:0 in Führung gehen hat da keiner so recht erwartet, dass Dresden kurz darauf den Ausgleich feiern darf schon eher. Wie der Benatelli unsere halbe Defensive nass macht ist leider sehenswert und erweckt in mir spontan den Wunsch nach einer Kaufoption.

Dabei haben wir ja eigentlich auch so einen Dribbelkünstler, gerade für viel Geld gekauft, aber der sitzt leider auf der Bank. Muss wohl dieses Leistungsprinzip sein. Nach vorne geht bei uns alles über links oder die Mitte, die rechte Seite ist tot. Hinten steht Dudziak, davor meilenweit freie Prärie, ideales Jagdgebiet für Sahin eigentlich. Gibt also keine Seitenwechsel und Turbodribblings sondern enge Räume und kein Durchkommen. Abgesehen davon machen die Dresdner einen wesentlich engagierteren Eindruck, was zu deutlich mehr Ballbesitz führt. Wer mehr rennt erobert halt auch schneller Bälle. Olaf muss was tun, denn bisher hat uns nur Himmelmann vor einem Rückstand bewahrt.

Olaf tut was, die Halbzeitansprache wirkt, endlich gelingt es uns Dünamo unter Druck zu setzen und eigentlich hätte Mats gleich zweimal die Führung erzielen müssen, aber Dresden hat halt auch 'nen Keeper mit wachen Phasen. So bleibt es wieder Buchti vorbehalten einfach mal wieder aus der zweiten Reihe einzunetzen. Woohoo, 2:1, der dritte Treffer von Buchtmann im zweiten Spiel und morgen schreibt die Mopo wieder etwas vom erwachten Interesse anderer Vereine. Könnt ihr vergessen, Flora bleibt und Buchti bleibt auch, beide zu wichtig für den Stadtteil.

Zwei Minuten später scheint der Drops gelutscht, als Sami zum 3:1 trifft, aber alle Jubelposer inkl. meinereiner sich wieder hinsetzen müssen weil: Abseits. Okay, sah schon ein wenig danach aus, wieder hinsetzen, beruhigen und sich kurz darauf über den überflüssigen Ausgleich aufregen, ein einziges Auf und Ab ist das hier. Verdammte Scheiße Fußball, ey. Am Ende reicht eine gute Halbzeit eben nicht ganz aus, jedenfalls nicht, wenn man wirklich länger oben mitspielen will.

Fazit: Ist noch reichlich Luft nach oben, aber wenn sich der Gedanke durchsetzt beide Hälften motiviert anzugehen, dann sind wir wenigstens unten nicht dabei diese Saison. Oben wäre aber schon schöner..   



Was sonst noch schlecht war:
Irgendwie habe ich deutlich mehr Tapeten zu G20 erwartet, muss mich aber an die eigene Nase fassen, weil ich die geplante FCK GRT Pappe auch nicht zu Stande gebracht habe. Aber wer weiß ob der Vogel überhaupt im Stadion war, ist momentan sicher eher unangenehm, hoffe ich jedenfalls.

Keiner da für einen Klönschnack nach dem Spiel, die komplette Tresenkurve abwesend. Was ist da los?

Was so mittelprächtig war:
Was war das für ein Schiedsrichter? Ja, ich habe schlimmere gesehen, aber der ging mir schon mächtig auf den Sender. Allein für seine Spieleransprachen hätte es drei Minuten Nachspielzeit geben müssen und dieses ewige "der Ball muss noch zwei Meter zurück für den Freistoß" - man kann es auch übertreiben.
Die neuen Flimmerwerbebanden. Kann ich normalerweise komplett ausblenden, aber wenn es zu bunt wird und flimmert nervt es doch.

Was sonst noch gut war:
Buchtmann!
Alte Kumpels wiedertreffen, die leihweise eine Dauerkarte für die Saison abstauben können, weil die Töchter der anderen alten Kumpels Babypause machen. Solange sich keiner daran stört dass die Töchter inzwischen einen Bart haben..


Fotos dazu: Gegengerade Millerntor, FC St.Pauli - SG Dynamo Dresden, 2:2 Endstand.
Bier dazu: Kehrwieder SHIPA Simcoe, 7.5%
Musik dazu: Djuma Soundsystem - Les Djinns / Koma Kobache


















Donnerstag, 27. Juli 2017

Stadtansichten: Eppendorf

















Das sind Jan und Sam
Zwei Hände reichen nicht aus zu zähl´n wie lang wir uns kennen
Zwei die nie ohne Cap und Sneakers das Haus verlassen
Und nebeneinander in Hamburg Eppendorf aufgewachsen
Allein unter Poppern
Sie spielten Tennis und Golf
Sie hielten ihr Viertel sauber und wir taggten es voll (Samy Deluxe / Lang is her)

Einer dieser beiden Jungs ist im einzigen besetzen Haus Eppendorfs aufgewachsen, Jan Eißfeldt aka Eizi Eiz, heute besser bekannt unter dem Namen Jan Delay. Nachzulesen in der abwechslungsreichen und spannenden Chronik dieses Hauses, in der auch heute noch der große Spekulantenfresser über die Hecke guckt. Da kann man mal sehen, was passieren kann nach Hausbesetzungen, 1970 sollte der Bau noch abgerissen werden, fast 40 Jahre später kassieren sie vom Denkmalschutzamt einen Preis für die schönste Fassade. Es sollten einfach viel mehr Häuser besetzt werden, selbst wenn keine Hitschreiber dabei herauskommen.

In Eppendorf dürfte sich der Leerstand allerdings in Grenzen halten, hier ist alles top gepflegt, die Fassaden, die Hinterhöfe und die Parks und dementsprechend top gepfeffert sind die Mieten der Wohnungen, in denen die reichen Kids aufwuchsen. Wenn es nicht sogar eine der fetten Villen am Ufer des Alsterlaufs war, in denen die Herren Delay und Deluxe den Partycrasher gaben.

Meine Erfahrungen mit Eppendorf beschränken sich auf eine Zeit, in der Jan und Sam noch in den Windeln lagen. Auf das Onkel Pö und etliche andere Kneipen, in denen man wunderbar die Nächte durchmachen konnte. Die meisten davon existieren schon lange nicht mehr oder haben Namen und/oder Besitzer gewechselt, einzig das Borchers und die Schramme im Schrammsweg scheinen den Zeiten getrotzt zu haben, wobei man in der Schramme jetzt Burger serviert bekommt und nicht mehr auf Bergen von Erdnussschalen herumlaufen muss. Jeder Kult läuft sich auch irgendwann mal tot.

Natürlich gibt es auch in Eppendorf ein paar weniger repräsentative Wohnlagen, eine davon kann man mit etwas Pech auch als Nicht-Eppendorfer in Anspruch nehmen: das Universitätsklinikum, Hamburgs medizinisches Aushängeschild.

Geht es einem nicht gut, ist das allerdings keine ganz schlechte Idee. Selber getestet.

Fotos dazu: Hayns Park, Eppendorfer Landstraße, Bootshaus Barmeier, Sankt Johannis, Holthusenbad, Gymnasium Eppendorf, Isekanal, Kloster St.Johannis, Cafe Leinpfad
Bier dazu: Kehrwieder SHIPA Ariana, 7.5%
Musik dazu: Beginner - Bambule / Blast Action Heroes / Advanced Chemistry
























Freitag, 21. Juli 2017

Der Karl hat einen Erdbeerhof
















Genau genommen hat er davon inzwischen sogar fünf, mit vielen tollen Attraktionen wie der Kartoffelsackrutsche, einer Traktorbahn, In- und Outdoor-Klettergerüsten, Eimern voller Seifenblasenlauge, Eseln, Ziegen, Meerschweinchen, einem Maislabyrinth oder der weltgrößten Kaffeekannensammlung. Für diesen großen Spielplatz verlangt Karl noch nicht einmal Eintritt, lediglich Trecker und Gokarts kosten extra. Mit kleinen Kindern oder großen Kaffeekannenfans in der Familie wird man auf Dauer nicht um einen Besuch herum und aus dem Staunen nicht mehr heraus kommen.

Allerdings nicht wegen der inzwischen (geschätzt) 40.000 Kaffeekannen, den zwei Eseln oder der rasanten Kartoffelsackrutsche, die größte Attraktion ist ohne Zweifel der "Bauernmarkt". In dem kann man nicht nur den Angestellten des Herrn Karl beim Marmelade kochen zusehen, man kann vor allem stundenlang in den prall gefüllten Regalen allen möglichen Blödsinn entdecken, auf den ein  ausgewiesener Erdbeerconnaisseur wie ich natürlich hereinfallen MUSS.

Erdbeerduftkerzen und nach Erdbeerdurfkerzen riechender Erdbeertee. Erdbeerbonbons, Erdbeerpopcorn und Erdbeerkekse. Erdbeermarmelade, Erdbeerschokolade, Erdbeerhonig und Erdbeernougatcreme. Erdbeerschnaps, -likör, -wein, -sekt und sogar Erdbeerbier, im Restaurant auch vom Fass erhältlich, passend zur Erdbeertorte. Einzig Erdbeertonic habe ich ein wenig vermisst, aber vielleicht reicht es beim Erdbeer-Gin ja auch, wenn man normales Tonic nimmt.
Was ich allerdings nicht probieren werde, weil die Vernunft irgendwann gesiegt hat und ich das Geld lieber in ein Original Ostseefischerhemd für den Stöpsel angelegt habe. Der Karl weiß halt was die Leute wollen, ganz besonders die mit Kindern.

Merksatz für Erdbeerhofspielplätze: Kein Eintritt heißt gar nix, wenn man sich am Ausgang nicht beherrschen kann.
Sollte es ein nächstes Mal geben wird es allerdings deutlich günstiger werden.

Fotos dazu: Karls Erdbeerhof Warnsdorf / Nikon D7200
Bier dazu: Lausitzer Erdbeerporter, 4.2%
Musik dazu: Linkin Park - Meteora / Minutes To Midnight (in memoriam Chester Bennington)