Samstag, 25. Februar 2017

Die letzten Heldentage














Eigentlich ist es schon lange vorbei, Alduin der Weltenfresser nur noch einer von hunderten getöteter Drachen und die Klamotten seines gefährlichsten Priesters hängen als Trophäe in meiner großen Villa am See. Ich habe mehr Gold als ich jemals ausgeben könnte, eine Frau und zwei Kinder, eine Hausangestellte, einen Kutscher und die wahrscheinlich wertvollste Sammlung an Schwertern in ganz Himmelsrand.

Ich habe alles gesehen, von den dichten Wäldern von Rift bis zur Eisküste, die Schwarzweite, das vergessene Tal und die dichten Nebel von Sovngarde, unzählige Burgen, Ruinen und Höhlen erforscht und erobert. Jetzt gibt es langsam keine Gegner mehr. Statt Drachen zu ermorden setzte ich mich inzwischen lieber drauf und guck mir Himmelsrand von oben an.

Irgendwo auf Solstheim wartet noch ein Drachenpriester auf mich, der letzte seiner Art, aber selbst der dürfte keine große Herausforderung mehr sein, solange ich nicht versuche ihn mit bloßen Händen zu erschlagen. Bei Höhlenbären klappt das inzwischen ganz gut, macht das Dasein als Held aber nicht wirklich spannender.

Wird Zeit dass der Frühling kommt. Sonnenlicht. Rausgehzeit. Ich hab nix mehr zu daddeln. Die Vieh Chroniken stehen noch im Regal, als kurzer Spaß für zwischendurch taugt das sicher, aber für die nächste dunkle Jahreszeit sieht es düster aus mit virtuellen Abenteuern. Da Bethesda sicher noch ein paar Jahre für einen Elder Scrolls Nachfolger braucht, werde ich mich wohl doch mit dem Witcher beschäftigen müssen. So ganz ohne Heldentage im Winter geht's nicht.


Heldenbilder: The Elder Scrolls V: Skyrim
Heldenbier: Hopper Bräu Nussferatu, Brown Ale, 5.2%
Heldenmusik: Walk Off The Earth - R.E.V.O.
 




















Sonntag, 19. Februar 2017

Woran man beknackte Rezepte erkennt














Auf Dauer kann das nicht gesund sein, dieser Griff zu Fertiggerichten oder Telefonen. Irgendwann hat man auch die Schnauze voll von Pizza- und Chinaman, vor allem wenn man im Internet laufend  über lecker klingende Rezepte fällt. Natürlich alles ganz simpel und daher auch für Küchenlegastheniker geeignet, wie die gefüllten Süßkartoffeln, die mich vor ein paar Wochen auf der blöden Startseite des Firmenbrowsers anlachten. Klang alles total super, dabei hätten schon die Mengenangaben misstrauisch machen sollen..

Denn um die Süßkartoffeln zu füllen, soll man erst das Fleisch der vorher im Ofen gebackenen Kartoffel entfernen. Dieses wiederum gibt man zusammen mit Sahne und ein paar Gewürzen in einen Mixer und füllt das zurück in die Kartoffelschale. Soweit die Theorie.

Nun war ich in Mathe zwar nie die große Leuchte, aber die letzten Fragmente der Mengenlehre in meinem Gedächtnis sagen mir, dass da etwas nicht aufgehen kann. Ganz abgesehen davon, dass man leere Süßkartoffelschalen nicht mit dünnem Brei füllen und daher weder Käse noch Schinken darauf streuen kann.
Es sei denn man füllt das ganze Zeug in einen Teller und isst Süßkartoffelsuppe. Was nicht der ursprüngliche Plan war.

Eine Woche später twittert jemand in meiner Timeline etwas von Rosenkohlauflauf. Au ja! Rosenkohl! Gesund und außerdem lange nicht gegessen. Auflauf ist auch toll, dann hat man das Schlachtfeld schon aufgeräumt bevor das Essen fertig ist und locker zwei Tage was zu futtern. Das Rezept dafür suche ich bei Menschen, die sich vermeintlich mit der Kochkunst auskennen und damit im Internet angeben. Also auf chefkoch.de. Zu dumm, dass der Chefkoch sich damals nicht rechtzeitig diese URL gesichert hat, dann hätte man vermutlich etwas Gescheites finden können.

Das ausgewählte Rezept strotzt auch hier vor Ungereimtheiten, die mich als Küchenlegastheniker verwirren, abgesehen vom Griff zur Maggiwürze. Wenn ich in Scheiben geschnittene Pellkartoffeln, gar gekochten Rosenkohl und eine in der Pfanne zubereitete Hackfleischkäsesauce übereinander schichten soll, warum muss das dann noch 30 bis 40 Minuten bei 200° in den Ofen? Miteinander verschmelzen wird die Masse auch in drei Stunden nicht und für den Käse reichen 15 Minuten. Oder sogar nur 10, was weiß ich. 

Auch die Empfehlung, die Hackfleischsauce etwas kräftiger zu würzen, weil die Pellkartoffeln ja nicht gesalzen sind, erscheint mir höchst überflüssig. Ein paar Flocken Meersalzbutter auf die Scheiben und das Problem ist gelöst. Mit Meersalzbutter und ohne Maggi war das dann auch gar nicht so schlecht. So unglaublich umwerfend allerdings auch nicht, dass ich das wiederholen müsste.

Als Retter meiner bisherigen Bemühungen in der Küche erwiesen sich dann die veganen Zeitrafferköche von @bosh.tv mit ihrem Rezept von Spicy Tofu Zoodles. Mit einem Saucenmix aus Erdnussbutter, Reiswein, Sojasauce, Sesamöl, Sambal Oelek, frischem Knoblauch und Ingwer. Schon diese Kombination ließ mir das Wasser im Mund zusammenlaufen. Hammer! Allerdings braucht man für die Zoodles einen Spiralschneider, den ich nicht habe, damit man Zucchini in dünne kleine Gemüsenudeln schnibbeln kann, was ich nicht konnte. Weshalb ich die kurzerhand durch ordinäre Spaghetti ersetzt habe.

Beim Einkauf leider völlig vergessen habe ich den Tofu, daher mussten Garnelenschwänze und Hühnerfilet als Ersatz dienen, aber sonst ist alles wie im Rezept. Sogar das Topping aus gehackten Schalotten und Sesamsamen. 

Kann man mal machen. Auch zweimal.

Rezeptfotos: Rosenkohlauflauf & Fake-Zoodles / Samsung S5
Rezeptbier: Craftwerk Hop Head IPA 7, American Indian Pale, 8.0%
Rezeptmucke: Neil Young - Mirror Ball



Mittwoch, 15. Februar 2017

Nepper, Schlepper, Autodiebe














Lecker Adana Kebab im Schanzenviertel essen: 0 Euro (Danke für die Einladung)
Taxi nach Rothenburgsort weil Auto weg: 25 Euro
Knastwächter bestechen damit Auto wieder da: 270, 40 Euro
Nette Menschen kennenlernen: Unbezahlbar

Scheiß Parkplätze die zwar wie scheiß Parkplätze aussehen, aber nur Ladestationen für dort nicht vorhandene Elektroautos sind, sollte man deutlich besser kennzeichnen. Jedenfalls nicht mit einem dicken fetten P und darunter stehender Uhrzeit. Hat man diese nämlich schon überschritten guckt man sich den "Ticketautomaten" nicht mehr genauer an.

Und wieder habe ich eine Lektion gelernt: Auch an einem kalten Montagabend im Winter muss man in der Schanze immer misstrauisch sein wenn man einen freien Parkplatz findet.


Knastfoto: KFZ Verwahrstelle Rothenburgsort
Knastbier: Hopper Bräu Anstich, Märzen, 5.5%
Knastmusik. Calexico - Hot Rail

Sonntag, 12. Februar 2017

Klassenkampf, nächster Akt


















Heimsieg! Meine Fresse, dass ich das noch erleben darf, den letzten habe ich vor fast genau 10 Monaten gegen Bochum gesehen, sagt das Nachschlagewerk. Fast ein Jahr ohne live ausgeschüttete Glückshormone, man erinnert sich nach so einer Durststrecke kaum noch daran wie sich das anfühlt. Gut! Sehr gut sogar! Ganz anders als der übliche bedröppelte Abgang mit Höflichkeitsbeifall, der Blick in leere und enttäuschte Gesichter auf beiden Seiten des Zauns und die "lass uns über was anderes reden" Gespräche nach dem Spiel.

Vielleicht kommen ja demnächst sogar wieder Zeiten, in denen man voller Vorfreude ins Stadion gehen kann. Das hielt sich heute noch in engen Grenzen, kein Bock auf Minustemperaturen, kein Bock auf kaltes Astra bei Minustemperaturen, kein Bock auf Dünamö und und schon gar kein Bock auf dünamische Fans aus der braunen Hauptstadt. Hätte ich die Statistik gekannt, nach der wir immerhin noch nie ein Heimspiel gegen Dresden verloren haben, wäre ich vielleicht etwas optimistischer gewesen. Oder auch nicht, wer traut schon Statistiken.

Denn statistisch waren wir eigentlich längst abgestiegen, einzig der überraschende Auswärtssieg in der anderen braunen Stadt hat den zarten Keim der Hoffnung sprießen lassen. Heute ist schon der erste kleine Zweig aufgetaucht, der noch zum rettenden Ast wachsen muss. Den dafür nötigen Spezialdünger müssen wir uns in den nächsten beiden Spielen holen und den dann möglicherweise erreichten Platz 15 bis zum Ende der Saison mit aller Kraft verteidigen. Wird das Maximum sein das wir erreichen können.

Seit heute glaube ich tatsächlich wieder daran, dass wir es schaffen können. Klassenkampf liegt uns halt im Blut.

Was sonst noch gut war:
Fast alle Tapeten auf der Nord und Südkurve und die Choreos.
Lustige Dünamöfans in der U-Bahn mit 'nem ziemlich lustigen Lied über Europapokalträume, fast so gut wie unseres. Der Verein ist trotzdem Scheiße.

Was sonst noch schlecht war:
Eine Tapete auf der Südkurve. Der untere Teil wäre ausreichend gewesen. 
Beschissene Dünamofäns am Hauptbahnhof. Solange dort Nazigesocks rumläuft bleibt der Verein auch Scheiße.
Der Haufen Cops vor Gegengerade/Fanräumen nach dem Spiel. Hat die "Haut ab" Aufforderung aber umgesetzt bevor ich eruieren konnte was die überhaupt wollten.

Was nicht ganz schlecht war:
Deniz Aytekin, man glaubt es kaum.


Klassenkampffotos: Gegengerade Millerntor, FC St.Pauli - Dynamo Dresden 2:0. Canon SX280HS
Klassenkampfbier: Ratsherrn Hamburger Senatsbock, 7.7%
Klassenkampfmusik: Markus Wiebusch - Konfetti. Immer noch Gänsehaut bei Der Tag wird kommen.




















Samstag, 11. Februar 2017

James Dean, Marilyn und der King
















Ob die drei es zu Lebzeiten in das kleine niedersächsische Städtchen Stade geschafft haben ist nicht überliefert, aber beim Anblick ihrer "Doppelgänger" in den Fenstern von Rons Pannekoken-Hus hätten sie sich, genügend Humor vorausgesetzt, vor Lachen auf die Schenkel geklopft. Oder beim nächsten Rechtsverdreher eine Beleidigungsklage eingereicht, was angesichts der nicht so ganz perfekt gelungenen Figuren ebenfalls im Bereich des Möglichen läge. Aber, hey, das ist ein Pannekoken-Hus und kein Wachsfigurenkabinett, als etwas amateurhafte Hommage eines glühenden Bewunderers mag das durchgehen.

Den King hat es dabei noch am Besten getroffen, zwar ist die Stratocaster ein etwas ungewohnter Anblick, aber er hat das Ding tatsächlich ab und zu gespielt. Die Physiognomie erinnert allerdings mehr an eine Comicversion von Elvis auf Speed, was immer noch besser ist als die Mischung aus Wolverine und Heino (ohne Brille), die als James Dean herhalten muss. Ob die lässig im Mundwinkel hängende Kippe und die Lederjacke ausreichende Identifikationsmerkmale gewesen wären, bei diesem Gesicht? Vielleicht noch den Kotflügel eines Porsche 550 Spyder danebenstellen..

Diesbezüglich schien Ron auch nicht ganz sicher zu sein, daher hat er vorsichtshalber die Namen seiner Idole verraten. Bei Marilyn hat man glücklicherweise auf einen Gesichtsrekonstruktionsversuch verzichtet, wäre ganz sicher auch nicht nötig gewesen. Blond, weißes Kleid und Luftzug, das sollte sogar cineastischen Kostverächtern als Erklärung reichen.

Wochenendfoto: Rons Pannekoken-Hus, Stade
Wochenendbier: Buddelship Mr.K, White IPA, 6.7%
Wochenendmusik: Tinariwen - Elwan



Freitag, 3. Februar 2017

Gewinnen mit dem FCSP





Auf dem Platz ist das ja leider gerade nicht sooo einfach, aber bei Verlosungen im Vereinsumfeld hab ich bisher immer Glück gehabt. Schon als ich das Foto vom bemehlten Robin in der Millerntor Gallery gesehen habe dachte ich, das muss unbedingt an die Wand. An meine Wand. Schon weil alle die bei mir an der Wand hängen ihre Karriere beim magischen FC beendet haben und eine möglichst lange Karriere von Robin bei uns durchaus erstrebenswert scheint. Alberne Fußballfanesotherik, aber man kann's ja mal versuchen.

Dass die AFM ein paar Wochen vor Weihnachten 50 Drucke unter den Mitgliedern verlost hat war mir allerdings schon längst entfallen, glücklicherweise ist die Gewinnbenachrichtigung nicht im Spamordner gelandet und ich konnte heute meinen Mehlrobin abholen.

Morgen noch einen schicken Rahmen holen, aufhängen und ab dann gewinnen immer wir. Bestimmt.


Mehlfoto: Thomas Koch
Mehlfotobier: Buddelship Mr.O, Double IPA, 7.9%
Mehlfotomucke: Beginner - Advanced Chemistry

Sonntag, 29. Januar 2017

Auf Augenhöhe ist nicht hoch genug











Ja, das war wirklich ganz ordentlich heute, auf Augenhöhe mit einem wahrscheinlichen Aufsteiger, auch wenn der nicht so gespielt hat. Ja, Johannes Flum ist eine Bereicherung, Mats Møller Dæhli ebenfalls, auch wenn heute nicht alles geklappt hat und Lenny Thy ist halt Lenny Thy, ein Sprintvermögen wie Tante Emma die Dampflok, aber der Boden war ja auch schwer. Schweres Geläuf. Schwer mitgenommen. Wenn wir jetzt anfangen wollen richtig Fußball zu spielen, so mit Hackespitzeeinszweidrei und präzisem Zuspiel, sollte man den Acker vielleicht gegen so etwas wie Rasen austauschen. Also dieses Zeugs, auf dem die unter spanischer Sonne so schön trainiert haben, bei dem am Millerntor fehlen eigentlich nur noch ein paar dekorative Maulwurfshügel um die Katastrophe komplett zu machen.

Ja, zumindest ein Punkt wäre verdient gewesen und gegen einen wahrscheinlichen Aufsteiger rechnet man sich sowieso nicht mehr aus, auch wenn man eigentlich drei bräuchte. Was man sich in Aue gegen Heidenheim ausgerechnet hat weiß ich nicht, aber die haben das geholt was nötig war. Wir hingegen stehen wieder einmal mit leeren Händen da, weil Stuttgart eine von zwei Chancen nutzen kann, während wir unsere auch nicht gerade zahlreichen versemmeln.

Natürlich gäbe so ein Spiel, trotz der unglücklichen Niederlage, durchaus Anlass zur Hoffnung, hätte es vor zwei oder drei Monaten stattgefunden. Jetzt, fürchte ich, ist es zu spät. "Wir müssen die Punkte gegen andere Mannschaften holen" sagt mein Nachbar, aber den Plan haben die anderen Mannschaften längst vor uns verwirklicht, diese Punkte würden nicht mehr reichen. Mit 11 Punkten am Tabellenende müssen wir in der Rückrunde spielen wie ein Aufsteiger und punkten wie ein Aufsteiger um nicht abzusteigen, völlig egal ob der Gegner VfB Stuttgart, Bochum oder Karlsruhe heißt: 3 Punkte oder 3.Liga. Nichts anderes.

Folglich kann es in Braunschweig nur um einen Auswärtssieg gehen. Nichts anderes.


Was sonst noch schlecht war:
Sexistische Kackwerbebanden am Millerntor. Wird Konsequenzen nach sich ziehen müssen.
Vereinzelte Pfiffe nach dem Spiel, wahrscheinlich von den Leuten die 90 Minuten vorher keinen Ton von sich gaben - und davon gab es zu viele heute. Früher war einfach mehr Lärmetta.


Was sonst noch gut war.
Yi-Young Park aus der U23. Starker Auftritt, kann wahrscheinlich beim Wiederaufstieg helfen, sollte der Fall wirklich eintreten.
Lustige neue Sticker aus dem Fanladen. Leider zu klein um Kackwerbebanden damit zu überkleben.


Augenhöhenfotos: Gegengerade Millerntor, Canon SX280HS
Augenhöhenbier: Hopper Bräu Nussferatu, Brown Ale, 5.2%
Augenhöhenmusik: Frightened Rabbit - The Midnight Organ Fight / The Winter Of Mixed Drinks / Pedestrian Verse