Montag, 23. Januar 2017

Trainspotting: Hamburg Hauptbahnhof
















Will man zur blauen Stunde (oder welche Farben auch immer der Hamburger Himmel gerade bevorzugt) am richtigen Ort sein, sollte man rechtzeitig losziehen. Und wenn die Temperaturen nicht so angenehm sind, einen großen Teil der Knipserei ins Innere verlegen. Kein Problem, wenn das Ziel der Hamburger Hauptbahnhof ist, den man sogar ganz offiziell auch drinnen fotografieren darf, allerdings nicht mit dem Stativ.

Die Wandelhalle ist ein Paradies für anspruchslose Junkfood Fans und eilige Esser, Pizza oder Pasta, Burger der beiden großen Ketten, Subwaysandwiches und Kentuckyhühner, Indisch, Türkisch, Asiatisch, Syrisch, Sushi, Fisch vom überteuerten Sylter oder Schweinskes günstige Schweinereien. Dazu im Obergeschoss einen gut sortierten Edeka, bei dem man im Notfall auch am Sonntag eine gute Flasche Rum oder eine Packung Eier bekommt, falls man zu einem Geburtstag eingeladen wird oder spontan Kuchen backen will.

Der zwischen 1904 und 1906 erbaute Kasten ist laut Wikipedia mit bis zu 500.000 Reisenden der meistfrequentierte Bahnhof Deutschlands, was garantiert den zahllosen S- und U-Bahnen zu verdanken ist, schließlich steigt halb Hamburg da um. Ein Umstand der mich, wenn möglich, auf dieses Vergnügen verzichten lässt. Zu viele Menschen, zu viel Hektik, zu weite Wege.

Was selbst nach Jahren sofort auffällt, ist die akustische Umweltverschmutzung in manchen Ecken. Soll das das klassische Gedudel immer noch Junkies und Obdachlose vertreiben, oder ist das inzwischen Werbung für die Elbphilharmonie?  


Immerhin entdecke ich bei Tageslicht das erste Mal ganz bewusst die weniger frequentierte Nordseite des Bahnhofs, die mir als Motiv weit besser gefällt als die bekannte große Stahlkonstruktion und am Ende auch das bessere Licht bietet.

Eisenbahnfotos: Hbf. Nord- & Südseite - Hbf. Westseite - Wandelhalle - Bahnsteige - Haupthalle Blickrichtung Südseite
Eisenbahnbier: Buddelship Mr.T, Black IPA, 6.5%
Eisenbahnmusik: Paul van Dyk - 45 RPM / Seven Ways 


















Freitag, 20. Januar 2017

Esst mehr Fisch!
















Vor allen Dingen esst mehr Fisch in der Veddeler Fischgaststätte, sonst gibt es da bald keinen mehr. Frau Göttsche steht kurz vor der Pleite, denn seit die Umgebung des kleinen Schuppens aus einer noch Monate andauernden Großbaustelle besteht bleiben die Gäste weg. Eine höchst alarmierende Nachricht, die es sogar ins Fernsehen (NDR3) und diverse Zeitungen (Mopo, taz) geschafft hat. Kein Wunder, ist es doch eines der letzten historischen Gasthäuser Deutschlands - und es gibt hier den besten Backfisch im Umkreis von weissnichwieviel Meilen, was man garantiert auch beim NDR und in der Mopo weiß.

Mein Lieblingsfischrestaurant! Vor der Pleite! Wo soll ich denn bitte in Zukunft meinen Backfisch essen? Wird Zeit für einen großen Solidaritätsteller, dafür kann man das Frühstück schon mal ausfallen lassen, also Muddern abholen und Fisch essen fahren.

Eine selten blöde Idee, wenn das Tage vorher in der Presse steht. Trotz der Baustelle sieht es vor dem Laden aus wie eigentlich immer, es stehen schon zehn Leute vor der Tür, frösteln bei kühlen 3 Grad und leichtem Nieselregen vor sich hin und warten auf einen freien Platz. Davon wird auch niemand entnervt aufgeben, ganz gleich wie lange das dauert - und damit ist es wahrscheinlich auch das einzige Restaurant bei dem die Gäste das von vornherein in Kauf nehmen. Kennt man ja, war immer so.

Außerdem fährt man nicht bis auf die Veddel, um dann wegen solcher Kleinigkeiten unverrichteter Dinge und mit knurrendem Magen wieder abzuziehen. Wenn man sich den ganzen Tag schon auf leckeren Backfisch freut, wäre alles andere nur unzureichender Ersatz.

Trotzdem sollte sich Frau Göttsche überlegen, ob nicht wenigstens ein vor Nässe etwas schützendes Partyzelt vor der Tür angebracht wäre. Manchmal muss man auch etwas investieren.

Fischfoto: Seelachs*7
Fischbier: Klüvers Küstenbier, Holsteiner Landbier, 5.2%
Fischmusik: Feist - The Reminder 7 Metals (immer noch bzw. schon wieder)

Sonntag, 15. Januar 2017

GT Vampir Style
















Für die Liebhaber kalter klarer Getränke habe ich etwas mit Farbe experimentiert, damit die Fotos sich nicht immer so ähnlich sind. Genau genommen habe ich ein Rezept aus dem beiliegenden Rezeptbüchlein des letzten Bombaysonderangebotes ausprobiert und für gut befunden.

Dazu bastelt man sich mit Hilfe von Hibiskusblüten und Mineralwasser ein paar schicke rote Eiswürfel, gibt diese zusammen mit Zitronenzesten in ein Glas, füllt das mit Bombay Sapphire und (in diesem Fall) Fentimans 19:05 Herbal Tonic Water. Dann rührt man das ganze mit einer Spalte Granny Smith etwas um, lässt diese ins Glas plumpsen, et voilà: Hibisceae.

Schmeckt.


Vampirfoto: Nikon D90, Blende 5, ISO 1600
Vampirmusik: Feist - The Reminder / Metals

Freitag, 6. Januar 2017

Als Erstes 'ne Wurst














Frohes neues Jahr!

Weil mir gerade nichts anders einfällt, der letzte Currywursttest schon eine ganze Weile her ist und ich zwar im Cliff schon mal eine gegessen, den Testbericht dazu aber völlig vergessen habe, gibt's im neuen Jahr als Erstes eine Wurst. Und natürlich, weil die portugiesische Kleinfamilie etwas spazieren gehen, etwas gucken und etwas essen wollte und mir in der kurzen vorhandenen Zeit nichts sinnvolleres einfiel, als ein kleiner Spaziergang an der Alster. Da man im Cliff auch bei Sonnenschein drinnen sitzen kann und Portugiesen (selbst eingewanderte) ausgesprochene Frostködel sind bot sich der Laden einfach an.

Dabei lernen Touristen auch gleich etwas über Preise mit Alsterblick , die 11.90 für eine Curry mit Pommes machten beim Chefkoch jedenfalls enormen Eindruck, wahrscheinlich mehr als die hausgemachte Currysauce mit Röstzwiebeln.  Die ist, trotz Gemüseeinlage und Röstzwiebeln, eher unauffällig. Die feine Kalbsbratwurst jedoch findet Gefallen sogar beim Meister, da werde ich nicht widersprechen. Die Pommes sind, nun ja, Pommes halt. Was die beiden Dips rausreißen könnten, wenn man etwas einfallsreicheres gefunden hätte als Tomatenketchup und süße Dänenremoulade.

Fazit 1: Nicht ganz schlecht aber viel zu teuer.

Fazit 2: Ich hätte mit denen vielleicht um die Binnenalster laufen und in den Colonnaden 'ne Edelcurry futtern sollen. Beim nächsten Besuch vielleicht...

Curryfoto: Samsung S5
Currybier: Mashsee Hafensänger, Baltic Porter, 6.1%
Currymusik: Al Jawala - Hypnophonic   



Mittwoch, 28. Dezember 2016

Geschichten aus dem Parlament


















Jetzt fällt mir eine Frage ein, die ich ihm hätte stellen können. Zwei Tage später. Hätte mich wirklich interessiert, ob man als fraktionsloses MdEP eine Gefahrenzulage beantragen kann, wenn man gezwungen ist neben Abgeordneten der Goldenen Morgenröte zu sitzen. Nachdem was der Herr Sonneborn so erzählt, scheinen die Herren auch im Parlament körperliche Auseinandersetzungen nicht zu scheuen.
Glücklicherweise hat man seiner Bitte entsprochen und ihm einen anderen Platz zugewiesen, da sitzt er zwar auch neben einem Faschisten, aber das scheint einer der Gattung "harmloser Spinner" zu sein, falls das Adjektiv "harmlos" auf Faschisten überhaupt zutreffen kann.

Eigentlich ist es furchtbar traurig, was sich da an Nazis, Lobbyisten, Waffenhändlern und ähnlich üblem Volk herumtreibt, trotzdem gibt es an diesem Abend sehr viel zu lachen - und nebenbei einen intimen und interessanten Einblick in die "Arbeit" eines Abgeordneten im Europäischen Parlament. Jedenfalls wenn man den Geschichten des Herrn Sonneborn Glauben schenken darf und wer würde das nicht, schließlich ist dieser Mann der Abgeordnete der einzig wirklich seriösen PARTEI Deutschlands.

Hätten mehr Menschen in diesem Land meinen Humor, würde die bei den nächsten Wahlen über 5% kommen. Somuncu und Sonneborn im Bundestag, die einzig wirkliche Alternative wenn man wirklich "Protestwähler" sein will. Hätte mindestens zwei große Vorteile:

Mehr Spaß, weniger Arschlöcher!


Parlamentsfoto: Martin Sonneborn @ Polittbüro, St.Georg
Parlamentsgetränk: Bombay Sapphire, Basilikum, Himbeeren, Elderflower Tonic
Parlamentsmusik: Tricky - Skilled Mechanics




Samstag, 24. Dezember 2016

Das voll ökologische Weihnachtsbäumchen






















Aus Gründen der Bequemlichkeit gibt es hier eigentlich schon länger kein blinkendes Nadelgewächs mehr, aber um dem festlichen Anlass wenigstens etwas Genüge zu tun machen wir dieses Jahr eine Ausnahme. Mit einem geradezu winzigen Bäumchen - ohne Kerzen allerdings, weil die unter Wasser Gin Tonic eh schlecht brennen würden. Wertvollen Strom spart das ebenfalls, das Beispiel sollte also unbedingt Schule machen. Zumal es auch noch schmeckt.

Allen Lesern und Bilderguckern ein frohes, friedliches, möglichst ökologisches und auch noch wohlschmeckendes Weihnachtsfest.


Baumfoto: Pentax / gesponsert vom Pappenheimer
Baumgetränk: Gin Sul, Zitrone, Rosmarin & Fentimans Tonic 
Baummusik: The Rolling Stones - Havana Moon

Dienstag, 20. Dezember 2016

Mehr Lokalkolorit zum Fest















Seit der Pappenheimer die Malariaprophylaxe für sich entdeckt hat kommt er laufend mit einem neuen Gin um die Ecke, aus dem Schwarzwald, aus dem Ruhrpott und sogar aus der Badewanne. Da inzwischen in nahezu jeder Gegend Wacholderschnaps fabriziert wird, unter anderem auch in Altona, kann ich das regionale Kräfteverhältnis wenigstens an den Feiertagen etwas ausgleichen.

Mal sehen was am Ende aller heiligen Tage der Kopf dazu sagt.