Freitag, 26. Mai 2017

Brückentag (2)
















Der heutige Brückentag wird Ihnen präsentiert von: Eppendorfer Baum, U-Bahn Hamburg.


Brückentagbier: Heidenpeters BIPA, Schwarzbier, 6.1%
Brückentagmusik: Global Underground - John Digweed in Sydney 1998

Donnerstag, 25. Mai 2017

Verschollen im Hafen
















Eine Fotosafari mit dem allerbesten Fotosafariplaner überhaupt. Nicht. Zur Nachahmung daher nicht unbedingt empfohlen.

Die Hamburger Presse ist schnell dabei wenn es um irgendwelche Superlative geht, ganz besonders im Hafen. Das größte Dings und das längste Bums, diesmal eines das nicht unter die Köhlbrandbrücke passt und daher am Burchardkai festmachen muss, ein ganz großes Dingsbums. 400 Meter lang! Mehr als 20.000 Container! Die MOL TRIUMPH, eines der größten Containerschiffe der Welt! Im Hamburger Hafen! Weltsensation! Zwar ohne 20.000 Container, weil man die Elbe dafür noch ein paar Meter mehr ausbaggern müsste, aber trotzdem: Weltsensation!

Natürlich sind diese Berichte garniert mit schicken Bildern, unter anderem einer Nachtaufnahme vor der Köhlbrandbrücke, aus einer mir völlig unbekannten Perspektive. Das erweckt unglücklicherweise meine Neugier und ich beschließe, auch so ein Foto machen zu wollen. Zwei Tage habe ich Zeit bis der Pott wieder verschwindet, am ersten regnet es, am zweiten dummerweise nicht und ich mache mich auf den Weg.

Hafengebiet! Das erfordert seriöse Planung, wo ist dieser Standpunkt und wie kommt man da am besten hin? Kommt man da überhaupt irgendwie hin? Die moderne Technik bietet vielfältige Hilfsmittel, der Standpunkt ist mit der Hilfe von Google Maps relativ einfach zu ermitteln, jedenfalls wenn man weiß wo der Burchardkai ist. Laut Google Earth ist gegenüber unwirtliches Ödland mit Grünstreifen am Elbufer, aber die Aufnahmen sind von 2007, da kann inzwischen wer weiß was sein, Raffinerien, Tanklager, Containerstellplätze.

Wahrscheinlich kommt man mit dem Auto da hin. Man müsste auf die A7 und durch den Elbtunnel, was schon doof genug ist, dann Waltershof runter und darauf vertrauen, dass das Navi aktuell genug ist und man nicht irgendwann vor abgeschlossenem Firmengelände steht. Mit dem Auto im Hafen kann auch dazu führen, dass man eine halbe Stunde vor einer abgesperrten Kreuzung auf einen Schwertransporter warten muss und möglicherweise gibt es da überhaupt gar keine Parkplätze.

Beim genaueren Betrachten der Karten kommt mir die vermeintlich beste Idee überhaupt, ich fahre nach Altona, parke die Karre am Fischmarkt, setzte mit der Fähre über zum Bubendey-Ufer und geh die paar Meter einfach zu Fuß. Gedacht und ausgeführt. Dass ich erst einen Parkplatz kriege, der ungefähr mittig zwischen den Anlegern Fischmarkt und Dockland liegt, geschenkt. So kann ich mir wenigstens aussuchen wo ich ein- und aussteige, auch wenn ich dafür ein wenig laufen muss. Zurück zum Fischmarkt...


Die Fähre kostet eine Tageskarte, der anschließende Marsch eine Menge Nerven, denn die paar Meter am anderen Ufer entpuppen sich gefühlt als paar Kilometer, immer schön am Rand entlang, links die Flutschutzmauer, rechts eingezäuntes Ödland, geradeaus Weg ohne sichtbares Ende. Immerhin ein schattiger Grünstreifen unter Bäumen, was angesichts der immer noch 26 Grad ein Segen ist. Ein sehr kleiner, denn der Weg will nicht enden. Sogar Menschen kommen mir einmal entgegen, nur zwei, aber immerhin, ich bin nicht der einzige Bekloppte der hier am Arsch der Heide rumläuft.

Da ich praktisch veranlagt bin habe ich das Handy in der Firma vergessen, weiß also weder wie spät es ist, noch kann ich feststellen wo ich bin. Die Sonne steht schon ziemlich tief und bisher habe ich nur eine leise Ahnung, wo dieser Hotspot sein könnte. Die Planung erweist sich aber wenigstens in diesem Punkt als gelungen, denn der Weg führt tatsächlich direkt zum Ziel. Zuerst zu einer breiten metallenen Treppe mit einem Tor, das zur anderen Seite der Flutschutzmauer führt. Theoretisch, denn es ist mit Kette und Vorhängeschloss gesichert und klettertechnisch wahrscheinlich nicht einmal von sportlichen Mittzwanzigern zu bewältigen.

Wozu baut man so etwas, wenn man es dann nicht benutzen kann? Bleibt nur die rostige Leiter an der Mauer, eine dieser steilen Hafenleitern, die man freiwillig nur benutzen würde wenn man besoffen ins Wasser gefallen ist. Unerwartet bekomme ich dabei Hilfe von den Cops, die hier gleich mit vier Leuten zum Schiffe gucken vorgefahren sind, denn selbstverständlich gibt es hier eine Straße. Und Parkplätze ohne Ende, keine zehn Meter entfernt. Muss man wissen.

Die Uniformierten erweisen sich trotz anfänglich skeptischen Blicken als wahre Freunde und Helfer, ich muss nur meinen alten Kadaver über die Mauer hieven, die Ausrüstung wird mir gereicht. Sehr nette Leute, muss ich schon sagen. Wahrscheinlich haben sie mit professionellem Blick erkannt, dass ich schon von der Latscherei ziemlich fertig war und sich erinnert, dass man älteren Menschen helfen soll, auch wenn es Zecken sind.
Im Gegenzug können sie dann auf der Wache erzählen, sie hätten einem St.Pauli Fan mit FCK NZS T-Shirt geholfen und der hätte sich sehr höflich und in angemessenen Worten für die Hilfe bedankt, das erleben die bestimmt auch nicht so oft.

Der Hotspot auf der anderen Seite der Mauer ist schnell zu erkennen, einmal durchs Gebüsch und um die nächste Ecke, wo die ganzen Freaks mit den Stativen stehen hat man den besten Blick. Es sind auch noch diverse Standorte zu vergeben, also flugs das Stativ aufgebaut und ein paar Probeaufnahmen im Abendlicht gemacht. Danach heißt es rumstehen, mit den Umstehenden ein wenig vom Fach simpeln (alle mit dem Auto da, na klar) und auf die blaue Stunde warten.

Aber kaum gehen drüben die ersten Lichter an wird die Aussicht gestört, durch weitere 366 Meter Containerschiff, die CMA CGM ALASKA, von drei Schleppern langsam in den Hafen bugsiert. Mein Nebenmann ist wenig begeistert, lag ihm doch vor zwei Tagen schon ein Feeder stundenlang vor der Nase und nun dies, doch die Aufregung ist unbegründet: Innerhalb einer knappen halben Stunde haben sie den Kahn hinter den beiden anderen Giganten eingeparkt. Muss man können.


Wenn nicht gerade ein dämlicher blauer Schaufelraddampfer im Hafenbecken herumkurvt kann man hier ganz toll Containerfrachter fotografieren, was mich eine ganze Weile beschäftigt. Dadurch bin ich jetzt im Besitz von 50 mehr oder weniger ähnlichen Fotos in diversen Phasen des Sonnenuntergangs, von denen ich ungefähr die drei machen wollte, die ich letztlich auch behalten werde.

Inzwischen ist es dunkel, daher latsche ich auf dem Rückweg lieber über die alte Pflasterstraße, um mich auf dem Grünstreifen nicht noch auf die Nase zu legen. Super Idee, abgesehen vom harten Pflaster wähle ich damit den deutlich längeren Weg, weshalb ich den Anleger nicht auf Anhieb finde. Auf dem sitze ich dann irgendwann alleine rum und hoffe, dass ich nicht die letzte Fähre verpasst habe. Mein einziger Anhaltspunkt ist das Datum der Kamera, nur leider habe ich keine Ahnung ob die auf Sommerzeit eingestellt ist.

Ich stelle mich schon seelisch darauf ein, auf dem angrenzenden Parkplatz einen LKW Fahrer aus der Koje zu holen, sonst ist hier weit und breit kein Mensch der mir ein Taxi rufen könnte, doch der Notfall tritt nicht ein, die HADAG fährt noch.

Bis Dockland diesmal nur, in der Hoffnung die Karre könnte doch etwas näher dran sein als am Fischmarkt. Aber nein, es ist wirklich ziemlich genau in der Mitte zwischen den beiden Anlegern. Wenn schon verkacken, dann richtig.

Beklopptes Hobby, aber wenigstens kommt man mal an die frische Luft.

Fotos dazu: MOL TRIUMPH, Burchardkai Hamburg, Nikon D90
Bier dazu: Wacken Beer Baldur, Nordic Märzen, 5.5%
Musik dazu: Hattler - Live Cuts














Samstag, 20. Mai 2017

Ein Boot zum Schiffe gucken















Genau das ist es was man braucht, um beim Hamburger Hafengeburtstag ungehindert und möglichst bequem Schiffe gucken zu können: ein Boot. Möglichst eines, auf dem man nebenbei mit lauter netten Menschen klönen, feiern, futtern, Bierchen trinken und grillen kann. Gott (oder wem auch immer) sei Dank, dass wir jemanden kennen der so ein Boot hat - und der dazu auch noch Lust verspürt, an der Auslaufparade am Sonntag teilzunehmen. Mit allem Recht, denn die OMKA ist ja ebenfalls ein historischer Kahn, auch wenn es bis zum hundertsten Geburtstag noch ein paar Jahre hin sind. Möge sie (und ihr Kapitän) uns bis dahin erhalten bleiben, denn es ist immer ein abenteuerliches Vergnügen wenn man mit dem alten Schlepper unterwegs ist.

Natürlich stellen sich auch diesmal Hindernisse in den Weg, heute ist es der Schleusenwärter der Harburger Hafenschleuse, der entweder gerade ein Nickerchen hält - oder eine längere Sitzung auf dem Klo, wer weiß das schon. An der Schleuse tut sich jedenfalls über einen längeren Zeitraum nichts, nach zehn Minuten wird immerhin Wasser abgepumpt und weitere zehn Minuten später öffnen sich die Tore. Nachdem die Sportboote endlich raus sind dürfen wir einfahren, das Tor schließt sich und wieder passiert - nichts. Keine erkennbare Wasserbewegung, nicht hoch, nicht runter.

Wenn man es eilig hat ist eh alles zu langsam, uns kostet die extraordinär lahmarschige Schleusung jedenfalls eine halbe Stunde zu viel, die Öffnung der Kattwykbrücke um 16 Uhr schaffen wir nicht. Kreuzen, Kaffeepause, Kuchen auf den Tisch, Bier aufmachen und mit Herrn H. auf den Klassenerhalt anstoßen, das kann ja jetzt dauern...
Doch der unendlichen Güte des Brückenmeisters ist es zu verdanken, dass wir die Fahrt nach einer halben Stunde fortsetzen dürfen, er zieht das Ding außerplanmäßig noch mal hoch und wir laufen rechtzeitig zur Auslaufparade in die Norderelbe ein.

Der ideale Zeitpunkt, weil wir uns ganz hinten einreihen und so an dem ganzen Paradengedöns lustig vorbeischippern und fotografieren können wie blöd, bis hinter Oles Glaspalast und wieder zurück. Jede Menge historische Schiffe, ein paar die so tun als wären sie historische Schiffe, sehr viele Zwei- Drei- und sogar einen Viermaster gibt es zu sehen, zwei grinsende Sozialsiedlungen, ein rotes Feuerschiff und eine braun-weiße Barkasse, die blaue Küstenwache, viele schöne Yachten und ein paar hässliche Kriegsschiffe, die ich nicht fotografiere, weil  Kriegsschiffe nun mal hässlich sind, selbst wenn man sie bunt anmalen würde.

Während sich die zigtausend Sehleute an Land um die besten Plätze balgen wird bei uns der Grill angeheizt und mit leckeren hausgemachten Salaten als Beilage geht es zurück nach Harburg. Geht nix über ein Boot, wenn man Schiffe gucken will. Damit ihr mitgucken könnt gibt es hier eine kleine Auswahl.

Fotos dazu: Harburger Binnenhafen, Kattwykbrücke, Köhlbrandbrücke, Auslaufparade Hafengeburtstag Hamburg 2017
Bier dazu: Ratsherrn Lazy in Red, Red IPA, 6.7%
Musik dazu: Soundgarden - Badmotorfinger/Superunknown & Audioslave - same / RIP Chris Cornell



 




































Montag, 15. Mai 2017

Alles ist gut wenn Vicky wieder singt









Sommerliche Temperaturen in Hamburg, blauer Himmel und irgendwas um die 20 Grad, dazu fanfreundliche Anstoßzeiten, die es ermöglichen auszuschlafen und gut zu frühstücken. Erstligaluxus, hat man ja nicht so oft. Noch viel besser aber ist die entspannte Gelassenheit mit der man zum Spiel fahren kann, kein nervöses Magendrücken, keine Angst vor dem Absturz, einfach mal Fußball genießen. Oder wenigstens die Sonne, falls das mit dem Fußballgenuss nicht klappt.  Durchaus drin bei einem Spiel, bei dem es um nichts mehr geht, außer um die Fernsehgeldtabelle. Denn erzähl mal einem Läufer, der gerade beim Marathon mit Ach und Krach die Ziellinie überquert hat, dass er nächstes Jahr mehr Geld bekommt wenn er noch 'ne halbe Stunde weiterläuft.

Hätte alles drin sein können heute, dass sie ganz befreit einfach nur Fußball spielen und die Fürther vom Platz ballern. Oder die uns, wenn der befreite Fußball voll in die Hosen geht. Mit Chance ein unterhaltsames 4:3, oder von mir auch ein 3:4, Hauptsache wir haben Spaß. Am Ende ballert aber niemand irgend jemanden vom Platz, weil wir in der ersten Hälfte in den schnarchigen Hinrundenstil fallen und das 0:1 in der zweiten Hälfte wieder aufholen können. Ein Spiel wie die ganze Saison, bis zur Hälfte völlig öde aber am Ende dann doch mit Grund zum Jubel.

Natürlich wäre ein engagierterer Auftritt schön gewesen und selbstverständlich hätte ich gerne einen Sieg im letzten Heimspiel gesehen, aber das wäre wohl nur der Fall gewesen, hätten wir noch um den Klassenerhalt zittern müssen. Musste ich lange genug, brauche ich nicht mehr. Als Einstieg in eine längere Erholungsphase ist so ein lahmes Unentschieden vielleicht gar nicht verkehrt. Scheißegal, Klasse gehalten.

Was sonst noch gut war:
Das YNWA bei der Verabschiedung von Rainer Wulff, weltbester Stadionsprecher seit 1910, in den wohlverdienten Ruhestand. Viel Spaß auf der Tribüne, der Nachwuchs hatte den denkbar besten Lehrmeister, kann nix schiefgehen.
Sollte ich seine Stimme vermissen lege ich einfach eine CD von ihm auf, sehr empfehlenswertes Ding übrigens, sehr viel Spaß für geradezu lächerliche 10 Euro.  

Die Choreos. Rabauken! Und durch Edelfan Nico inzwischen auch auf der Haupttribüne!

Der Flitzer, der kurz vor Schluss unbedingt Heerwagen umarmen musste und danach alle Ordner abgehängt hat um einen satten Torjubel vor der Süd hinzulegen. Abgesehen von Lasses Ausgleich der Höhepunkt des Spiels, möge seine Strafe nicht allzu hoch ausfallen.

Höchstwahrscheinlich die Abschlussparty vor dem Knust mit 1000 Litern Freibier, wobei die Frage ist wie viel davon noch vorhanden gewesen wäre, hätte ich mich nur entschließen können..


Was sonst noch schlecht war:
Dass die Fürther das 0:1 unbedingt dann machen mussten als sich das Stadion gerade so schön warmgesungen hat. Scheißegal, Klasse gehalten.

Cenk. Wäre mein erster Wechsel gewesen. Scheißegal, Klasse gehalten.

Ich bin nicht mehr fit genug für Abschlusspartys vor dem Knust. Scheißegal, Klasse gehalten.

Was sonst noch schlecht wird: 
Sommerpause. Mehr als zwei Monate mit Gerüchten über mögliche Transfers, wünschenswerte Transfers und warum-haben-wir-den-nicht-verpflichtet Transfers, verlängerte, nicht verlängerte und zum-Teufel-nochmal-warum-nicht verlängerte Verträge. Garniert mit der überraschenden Erkenntnis, dass bei uns wieder so gar nichts nach außen dringt bis der Fisch im Netz ist und daher gespickt mit Kommentaren über die nicht zu Potte kommenden Freunde aus Präsidium/Sportchef/Trainerstab/Aufsichtsrat etc..  die alle Schuld daran sind wenn die nächste Saison noch schlimmer wird, weil wir die einzigen sind die mal wieder keine vernünftigen Spieler verpflichten und überhaupt, wir werden alle sterben!

Ach was, werden wir nicht. Alles ist gut wenn Vicky wieder singt.


Fotos dazu: Gegengerade Millerntor, FC St.Pauli - SpVgg Greuther Fürth 1:1
Bier dazu: Ratsherrn Lazy in Red, Red IPA, 6.7%
Musik dazu: Schäl Sick Brass Band - Majnoun / Tschupun / Maza Meze / Kesh Mesh

Ach ja: Abstiegsangst nur alle zwei Jahre,  also sollten wir besser aufsteigen :)













































Sööööören! Wenn sie Dir einen Vertrag vorlegen, dann unterschreib den bitte. Du hast uns die Leandros beschert, jetzt musst Du auch bleiben!