Mittwoch, 7. Dezember 2016

Kaum gefunden, schon verschwunden
















Irgend jemand muss da bald mal anrufen bei dem Spreewaldraben in Lübbenau, so wie bisher geht es jedenfalls nicht weiter. Seit mein Gurkenkonserven liebender Kollege vor einem halben Jahr diese unverschämt knackigen Sweet-Chili-Gurken angeschleppt hat, sind wir beide hinter den Dingern her wie der Teufel hinter armen Seelen. Kaum hat einer von uns ein Kühlregal mit diesen kleinen roten Plastiktöpfen entdeckt werden die Restbestände aufgekauft  - und es sind immer nur Restbestände, ganz egal wie viele Pötte mit anderen Sorten da noch rumstehen.

Die haben wir natürlich auch schon getestet wenn nichts anderes zu kriegen war, aber gegen diese süßlich-scharfen Chiliteile ist alles andere voll die Gurke. Bleibt nur das Bezugsproblem, wenn man im Hamburg überhaupt einen Laden findet der das Zeug im Sortiment hat, kann man schon fast davon ausgehen dass es beim nächsten Besuch wieder verschwunden ist.

Glücklicherweise sind wir in der Firma gut vernetzt und haben entzückende Kolleginnen, die in weit abgelegenen Stadtteilen wohnen und einkaufen. Nach Eidelstedt zum Beispiel würde ich ja freiwillig niemals fahren, es sei denn jemand böte dort Spreewaldrabes Sweet-Chili-Gurken an. Das ist allerdings inzwischen unwahrscheinlich, denn die entzückende Kollegin hat an uns gedacht und natürlich die Restbestände aufgekauft. Ganze drei(!) Töpfe.

Auch im Netz ist die Suche danach leider nicht erfolgreich. Dass man die Plastikpötte aufgrund der nötigen Kühlkette nicht gerne im Onlineshop anbieten will ist zwar verständlich, aber dass die gesamte Produktpalette beim Hersteller nicht zu finden ist begreife wer will.

Eventuell sitzen auch nur die falschen Entscheider an den wichtigen Stellen und blockieren das System, denn ein ähnliches Problem deutet sich gerade bei der Versorgung mit exzellentem Birnensaft an. Kaum hatte ich herausgefunden, dass die ohnehin schon großartige TrinkBirne von Richie aus Mölln durch die Zugabe einer halben frisch geriebenen Ingwerknolle nochmals enorm gewinnt, ist sie aus dem Regal verschwunden. Weil irgendwer der irrigen Meinung war, da müsste jetzt noch mehr Apfelsaft stehen.

Übrigens, REWE: Der Hinweis eurer netten Mitarbeiterin auf die tolle Eigenproduktion "Flämische Birne" war sicher gut gemeint, aber im Vergleich zu Richies Most ist das auch geschmacklich ein sehr trübes Birnchen, also zurück ins Regal mit dem richtigen Stoff, zack zack.

Das mit den Gurken klären wir intern, irgendwann krieg ich meinen Kollegen dazu im Spreewald anzurufen, der ist noch süchtiger nach dem Zeug als ich.

Gurkenfoto: Samsung S5
Gurkenbier: Grevensteiner Landbier, Veltins, 5.2% (echt mal)
Keine Gurkenmusik: Red Hot Chili Peppers - The Getaway





Samstag, 3. Dezember 2016

So schlau wie vorher
















Das beste Heimspiel der Saison, eine Mannschaft die neunzig Minuten aufopferungsvoll kämpft, sich jeden verlorenen Ball verbissen wiederholt und teilweise sogar richtig Fußball spielt. Mit Richard Neudecker endlich einen Mann auf dem Platz, der nicht nur durch tolle Technik glänzt sondern auch in Bedrängnis eine gute Übersicht beweist und feine Pässe spielen kann. Eine Mannschaft, die zumindest beim von Stieber verschossenen Elfmeter das nötige Quäntchen Glück hat - und trotzdem steht es am Ende nur 0:0, weil wir dieses Quäntchen Glück vor dem anderen Tor eben nicht haben. Pfosten, Latte, Abseitstor, das Ding will einfach nicht rein, da kannste schreien, pöbeln, zetern und beten, es hilft alles nix.

Weil natürlich alle wissen, dass ein lächerlicher Punkt gegen einen wirklich ziemlich schlecht spielenden 1.FC Kaiserslautern viel zu wenig ist, hat sich die Stimmungslage vor der Gegengerade nach dem Spiel nicht sehr verändert. Herr B. meint sogar überwiegend grottiges Drittligagebolze gesehen zu haben und das wir uns schon mal dran gewöhnen können, so etwas gibbet demnächst Samstags um 14 Uhr zu sehen. Nicht einmal Koschi ist etwas positives zu entlocken, die müssen ein komplett anderes Spiel gesehen haben. Naja, Meckerecke, das muss wohl so. Da sieht man eh schlecht, nicht einmal das Nichtfoul von Gonther zum Elfer, das laut Gonni wohl doch eins war.

Sie hätten den Sieg verdient gehabt, soviel steht mal fest. Sie haben sich nur nicht belohnt für ihren Einsatz. Mein Gott, wie ich diesen Satz hasse, aber in der bisherigen Saison passt der genau auf ein Spiel, auf das heutige. War das nun der Silberstreif am Horizont oder doch nur Chemtrails? Ist Mannschaft und Trainerteam endlich das richtige Licht aufgegangen, oder ist das nur eine trübe im Wind flackernde Funzel die jederzeit wieder erlöschen kann? Nach diesem Spiel bin ich so schlau wie vorher.

Der Sozialromantiker in mir wünscht sich ja, dass wir in dem Stil mit Ewald so weitermachen, dass Neudecker nicht alles Pulver verschossen hat, bei Ryo und Cenk der Knoten endgültig platzt, Sobota und Buballa zu alter Form finden, wir in der Rückrunde mit einer wieder stabilen Viererkette, Buchti, Ritschie, Atze und Fafa alles wegfiedeln was ans Millerntor kommt und auswärts steht die Null. Alles wird gut?

Ich liebe Dich, ich träum von Dir....


Was sonst noch gut war:
Die Schweigeminute vor dem Spiel für die Spieler des AF Chapecoense. Kannste ne Stecknadel fallen hören am Millerntor.
Aux Armes.


Was sonst noch schlecht war:
Das Herz von St.Pauli. Zu kalt für Gesang heute?
Die zwei peinlichen Pappnasen, die auch während einer Schweigeminute unbedingt ihre Schnauze aufreißen müssen.
Das verkackte Domlabyrinth hat mich wieder verarscht..

Schlaue Fotos: Millerntor St.Pauli, DOM, Gegengerade, Nordkurve, Gästeblock mit Feuer, Schweigeminute, Halbzeit: Adios Fidel
Schlaues Bier: Braufactum Indra, Weizen IPA, 6.8%
Schlaue Musik: Banco De Gaia - Live at Glastonbury: 20th Anniversary Edition























Montag, 28. November 2016

Im Auenwald
















Nicht zu verwechseln mit dem Auenland, obwohl es durchaus ein paar Ecken gibt in die Hobbits reinpassen würden. Das hier ist ein Tideauenwald und zwar einer der letzten Europas, das Naturschutzgebiet Heuckenlock an der Elbe. Nicht weit gelegen von der Bunthäuser Spitze, die weit weniger spektakulär ist als man sich das vielleicht vorstellen mag, obwohl sich doch hier der Fluss in Norder- und Süderelbe teilt und damit Europas größte Flussinsel schafft. Noch so ein Superlativ, heißa! Viel Gestrüpp mit links und rechts Wasser, ein winziger Leuchtturm und ein paar Bänke, die an einem sonnigen Tag erstaunlich viele Besucher zu einem Picknick an diesen abgelegenen Ort einladen.

Im Heuckenlock wird schnell klar, warum in allen Artikeln und Publikationen immer nur ein Foto davon zu sehen ist. Der Blick von der Brücke auf den Priel ist eines der wenigen lohnenswerten Motive, der Rest ist Urwald und Gestrüpp ohne Ende. Vor nicht allzu langer Zeit soll es hier noch einen abgelegenen Strand gegeben haben, aber der war wohl nur von Wassersportlern zu erreichen, den Rundweg kann man jedenfalls nirgendwo verlassen.

Wäre ohnehin strengstens verboten, weil es auch noch das artenreichste Naturschutzgebiet im Hamburger Raum ist. Auf jeden Fall ist es das erste in dem ich Libellen finde, in geradezu sagenhafter Größe. Wahre Monster, man müsste einen Libellenkenner aus dem DFN Forum dabei haben. Dem Verhalten nach würde ich auf Patrouillibellen tippen, denn sie fliegen wie blöde hin und her und hin und her, nonstop, keine Pausen eingeplant. Keine setzt sich irgendwo kurz in die Nähe um sich ablichten zu lassen. Warum sollten sie auch, sie haben 100 Hektar Auenwald zur freien Verfügung.

Damit ist das Thema Libellenfotografie für mich endgültig abgehakt. Ich war in Hamburgs artenreichstem Naturschutzgebiet und alles was ich bekam war ein lädierter Marienkäfer und ein Schleimscheißer.

Auenwaldfotos: Bunthäuser Spitze (2,3) Heuckenlock (1,4-9)
Auenwaldbier: Ratsherrn Kaventsmann, Baltic Porter, 6.6%
Auenwaldmusik: Dear Jerry - Celebrating the Music of Jerry Garcia













  

Freitag, 25. November 2016

Das kleine Buch der vergessenen Schätze














Immer wenn die Nachbarin kocht riecht es im ganzen Treppenhaus derart lecker nach guter alter Hausmannskost, dass ich am liebsten klingeln und mich zum Essen einladen würde. Wie früher bei Muddern, nur dass Muddern schon lange keine Lust mehr hat zu kochen, das angeblich gar nicht mehr kann und so gut wie alles vergessen hat.

Während mein Schwesterherz ganz geschickt einmal im Jahr so etwas wie Curryhuhn oder wenigstens ein paar Kohlrouladen für den Tiefkühler abgreift, bekomme ich auf die Frage nach speziellen Rezepten immer die gleichen Antworten: So etwas habe ich mal gekocht? Das weiß ich doch nicht mehr. Daran kann ich mich überhaupt nicht erinnern. Ach was, das hat Oma immer gemacht, ich weiß nicht wie das geht.

Und dann erfährt man nach Jahren vergeblicher Nachfragen irgendwann ganz nebenbei, dass ein Kochbuch existiert in dem sie all ihre Rezepte fein säuberlich aufgeschrieben hat. Alle! Rezepte! Auch das mit dem heißen Kirschauflauf und der Vanillesauce, auch die grünen Nudeln mit Schinken, das Curryhuhn und das Quarkbrot von Oma Frieda, von dem man immer nur eine Scheibe essen konnte, weil das Zeug wie Blei im Magen lag.

Demnächst werde ich wohl etwas mehr Zeit in der Küche verbringen.

Kochbuchbier: Mashsee/Buddelship Moonshine Midnight Brew, Imperial Pils, 7.0% 
Kochbuchmusik: Widespread Panic - Street Dogs






Sonntag, 20. November 2016

Licht aus?














"29.546 Zuschauer, damit ist das Millerntor wieder einmal ausverkauft." Werden wir in der nächsten Saison selten hören schätze ich, Sonnenhof Großaspach oder Sportfreunde Lotte sind halt nicht ganz so zugkräftige Namen wie Fortuna Düsseldorf, Nürnberg oder Kaiserslautern und nach dem heutigen Spiel leg ich mich mal fest: Wir gewinnen in diesem Jahr keins mehr. Ich wüsste nicht gegen wen und ich wüsste noch viel weniger mit welchem Personal.

Mit etwas Glück gehen wir mit 8 Punkten in die Winterpause und müssten demnach in der Rückrunde bummelig an die 32 weitere holen, was höchstens gelingen könnte wenn wir Gareth Bale für das halbe Jahr ausleihen. Der kann zur Not auch Ecken und Tore im Alleingang, wir kriegen ja nicht einmal Einwürfe an den eigenen Mann. Wie kann man als Profifußballer eigentlich so viel Angst vor dem Ball haben? Dabei trainieren die doch täglich mit dem Ding und angeblich sogar gut.

Hört man vor jedem Spiel wieder. "Die Mannschaft hat unter der Woche gut trainiert." Nach dem Spiel hört man es wieder, dass man das leider nicht umsetzen konnte was man so gut trainiert hat und das man weiter hart arbeiten und gut trainieren will. Allerdings frage ich mich langsam auf welchem Niveau das Training ist und ob man demnächst anfängt Einwürfe einzustudieren, damit wenigstens die nicht nach wenigen Sekunden beim Gegner landen.

Was wir gut können sind Eigentore, das müssen wir nicht mehr üben. Zwei Spiele hintereinander mit 0:1 verkacken weil man sich die Dinger selber reinsemmelt ist mehr als deutlich. Was wir auch super gut können ist den Torwart unter Druck setzen. Den eigenen wohlgemerkt, mit dämlichen Rückpässen. Macht Robin heute wahrscheinlich zum Spieler mit den meisten Ballkontakten.

Was mir aber noch viel mehr stinkt als die ganzen technischen Unzulänglichkeiten und die nicht erkennbaren Spielideen sind die falschen Versprechungen. Was soll so ein Spielerkreis vor dem Anpfiff, wenn hinterher nicht im Ansatz so viel Herzblut, Kampf und Leidenschaft zu erkennen ist, wie es im Abstiegskampf nötig wäre? Schwören die sich aufs Spiel ein, oder erzählt jemand den neuesten Witz?

Wenn Boller früher einen Kreis gebildet hat auf dem Feld wurde anschließend das Spiel gedreht. Zumindest wurde gerannt und gekämpft bis das Blut in den Buffern stand. Und weil das trotz lausigen 6 Punkten und Platz 18 immer noch nicht alle begriffen haben geht diese Saison voll in die Hose.

29.546. Der letzte macht das Licht aus.

Was sonst noch schlecht war:
Kein Aux Armes beim Anpfiff. Scheinbar haben wir die Waffen auch auf den Rängen gestreckt.
Kein Klönschnack nach dem Spiel, weil.. worüber?

Was sonst noch gut war:
Fünf Minuten Herbstsonne auf der Nordkurve, der einzige Lichtblick des Tages.


Lichtausfotos: Gegengerade Millerntor, Südkurventapeten, Nordkurve im Herbstlicht, Michel mit DOM.
Lichtausbier: Gröninger Pils, 5.1%
Lichtausmusik: Leonard Cohen - I Want It Darker





















Sonntag, 13. November 2016

Ein Zeichen der Götter
















Lemmy ist dieses Jahr gestorben und jetzt leider auch noch Lenny, in den USA regiert demnächst Donald Duck Trump und in vielen deutschen Straßen versucht es der braune Mob, der magische FC steht auf dem letzten Tabellenplatz und das Wetter wird auch immer beschissener. Es wird Zeit diese schnöde Welt (zumindest zeitweilig) wieder zu verlassen und in diese andere einzutauchen, in der man den fiesen Trumps einfach einen Pfeil ins Herz jagen oder sie mit dem Schwert enthaupten kann, ohne dass jemand Fragen stellt. Zwar ist es auch in Himmelsrand derbe kalt und die Blizzards fegen einem in manchen Gegenden nur so um die Ohren, aber beim daddeln kann man ja glücklicherweise die Heizung anmachen.

Dabei hätte meine Karriere als Held und Weltenretter fast in Vergessenheit geraten können, wäre ich nicht beim Sortieren der Urlaubsfotos über ein Zeichen der Götter gestolpert. So ungefähr, wie vor ein paar Monaten in Avsallar über das Hotel Azura. Eindeutig benannt nach der gleichnamigen Göttin, auch wenn die nachgeahmte Statue ihr wertvollstes Artefakt in der falschen Hand trägt.

Scheinbar finden sich Freunde des gepflegten virtuellen Schwertkampfes auch unter türkischen Hoteldesignern. Sollte ich tatsächlich jemals wieder nach Avsallar reisen wollen, die Wahl des Hotels stünde fest - und das nicht etwa, weil ich so ein Fan von kitschigem Hoteldesign bin. 

Aber das Azura hat Zimmer ohne Hauptstraße, nur mit Wellengeräuschen, fast wie die Wirtshäuser in Himmelsrand und der Weg in Bakis Sportsbar ist auch kürzer. Noch ein Zeichen der Götter, möglicherweise.

Göttliche Statuen: Schrein von Azura, Winterfeste / Hotel Azura, Avsallar
Göttliches Bier: Maisel & Friends Citrilla, Weizen IPA, 6.0%
Göttliche Musik: Leonard Cohen - New Skin For The Old Ceremony / Various Positions / I'm Your Man / You Want It Darker

Donnerstag, 10. November 2016

Hobbys für Bekloppte















Es gibt sie noch, die Herrenbekleidungsfachverkäufer, die mit einem einzigen Blick die richtige Größe schätzen, mit einem einzigen Griff die richtige Hose aus dem Regal greifen und auch sonst die richtigen Tipps parat haben wenn man welche braucht. Dummerweise befindet sich der beste Herrenbekleidungsfachverkäufer am Rathausmarkt und ich brauche neue Jeans. Dummerweise brauche ich die jetzt sofort, zwei Tage vor Weihnachten. Oder sind es doch noch zwei Monate?

Der Unterschied kann nur marginal sein, denn die Innenstadt ist gestopft voll mit Menschen, die mich zu einem ständigen Richtungswechsel zwingen. Entweder sie gucken in die Luft oder aufs Smartphone, manchmal sind sie auch nur vom Gesabbel mit der Begleitung abgelenkt, aber auf eventuellen Gegenverkehr achtet niemand außer mir. Das geht mir schon nach hundert Metern gewaltig auf die Nüsse.

Als Höhepunkt kommt mir an der Kreuzung Alstertor eine ganze Menschenkette entgegen, fehlt eigentlich nur noch, dass die sich alle an die Hand nehmen. Ich entschließe mich, den schwächsten Punkt der Kette anzusteuern und den einfach wegzurammen, ernte dafür ein empörtes "Eeeey" von einem pickelgesichtigen Jugendlichen, der dabei beinahe sein Eierphone verliert. "Guckstu Straße Digga" mahne ich ihn noch zu etwas mehr Aufmerksamkeit, bin aber nicht sicher ob das noch ankommt. Ich will hier wieder weg, so schnell wie möglich, einkaufen in der City ist die Pest. 

Das Beste an dem ganzen Stress ist der Herrenbekleidungsfachverkäufer, da bin ich in nicht einmal fünfzehn Minuten wieder weg. Zwei Büxen, beide passen, fertig. Die böse Überraschung lauert im Parkhaus. Normalerweise kaufe ich bei Saturn immer eine Kleinigkeit um die Parkgebühren zu sparen, besser sechs Euro für 'ne gute BluRay latzen, als die Hälfte davon für den Parkplatz.

Dass es für Kunden keine Vergünstigungen mehr gibt erfahre ich allerdings erst, als ich den zweiten Teil der Boondock Saints schon bezahlt habe. Wenn ich das Parkhaus jetzt voll bezahlen muss wird mein kleiner Einkauf in Zukunft also auch wegfallen und damit die ellenlange Wartezeit an der Kasse, gut zu wissen. An der ellenlangen Wartezeit im Parkhaus ändert das freilich nichts, wann immer die Ampel an der Steinstraße rot leuchtet staut es sich hoch bis zur Schranke, nächstes Mal teste ich ein anderes. Eins mit Kundenrabatt und ohne rote Ampel direkt hinter der Ausfahrt.

So eins wie das der Rindermarkthalle St.Pauli, die ich noch anfahre um ein paar Spezialitäten einzukaufen. Eine selten blöde Idee während auf dem Heiligengeistfeld der DOM tobt. Die Schranke vor der Einfahrt wird von parkplatzsuchenden Touristen blockiert, die lieber mit zwei Autos ein äußerst umständliches Wendemanöver auf engstem Raum versuchen, statt einfach ein Ticket zu ziehen und wieder rauszufahren. Bis die fertig sind mit ihrer Aktion müssen mein Hintermann und ich dreimal den Rückwärtsgang einlegen. Auf der Budapester stehen sie garantiert schon bis zum Stadion, aber wenn man nicht selber in dem Stau steckt den man verursacht kostet es ja nur die Nerven anderer Leute.

Angeblich ist "Shopping" inzwischen die Lieblingsbeschäftigung in weiten Teilen der Bevölkerung und wie ich erfahren musste ist das keineswegs auf die weibliche Kundschaft beschränkt, so ganz verstanden habe ich dieses "Hobby" allerdings immer noch nicht.

Es gib tatsächlich Menschen, die Spaß daran haben in vollen Städten, schlechter Kaufhausluft und überfüllten Einkaufszentren ihr sauer verdientes Geld auf den Kopf zu hauen, egal wie, egal ob man wirklich etwas braucht, irgendwas findet sich schon? Oder zählt allein die Anwesenheit und man muss gar nichts kaufen? Dann ist das eindeutig ein Hobby für Bekloppte, ganz bestimmt jedenfalls in der Hamburger City.

Ein einziger gezwungener Aufenthalt reicht mir jedenfalls, um für mindestens ein Jahr wieder die Schnauze voll zu haben vom "Shopping". Da warte ich lieber auf DHL.

Shoppingfoto: Schaufenster an der Mönckebergstraße, Samsung S5
Shoppingbier: Ratsherrn Beef! Dry Hopped Pilsener, 4.9%
Shoppingmusik: Kasey Chambers & Shane Nicholson - Rattlin' Bones - The Max Sessions